Nachdem wir die letzten Tage kreuz und quer durch Venedig gelaufen waren, wollten wir nun die Lagune per Vaporetto, dem Wasserbus erkunden. Auf zu Fondamente Nove im Norden von Venedig. Von dort fahren einige Vaporetto-Linien weg von Venedig in die Lagune. Auf die Idee sind auch einige andere gekommen. An den zwei kleinen Schaltern am Pier stehen die ersten Schlangen. Die 48-Stunden-Karte kostet für Touristen momentan stolze 30 € pro Nase. Ein Schutzpreis, damit die Vaporetti nicht komplett überlaufen werden? Ja, ich denke schon! Auch an den Piers der Linien 4, 5 und 12 in Richtung Friedhofsinsel stehen sehr lange Schlangen bis über die komplette Ponte Donà! Also greifen wir zu Trick 17, fahren zunächst mit einer der Ringlinien ohne Wartezeit eine Haltestelle in die andere Richtung zum Ospedale und steigen dort dann ebenfalls ohne Warteschlange direkt wieder in die entgegengesetzte Richtung ins nächste Boot und fahren über Fondamente Nove und Cimitero nach Murano.

Murano ist eine weitere kleinere Gruppe von Inseln in der Lagune von Venedig, die ebenfalls durch Kanäle getrennt und ein paar Brücken verbunden sind. Auch Murano hat einen Canale Grande, durch den auch die Vaporetti fahren, um dann wieder nach Venedig zurückzukehren.

Murano ist über die Grenzen Venedigs hinaus für seine Glaskunst bekannt. So führte uns ein Spaziergang durch die weiten Gassen Muranos und entlang des Canale di San Donato vorbei an der Basilica dei Santi Maria e Donato, in der gerade eine Messe gehalten wurde zum Museo del Vetro – dem Glaskunstmuseum, einer weiteren Station unseres Museum Pass. Jetzt könnte man denken – Glaskunstmuseum – nichts anfassen- langweilig! Weit gefehlt! Ein Raum des Museums war alleine Spielzeug aus Glas gewidmet und ausprobieren erwünscht.

Neben einem Hüpfspiel, das die behüpften Felder, welche mit Mosaiken aus typischen Glaskunstmotiven gestaltet waren, aufleuchten lässt, gab es unter anderem außerdem eine Glasrennbahn für funkferngesteuerte Rennautos – wer knallt nicht zu oft an die Glasbanden und unterbietet die Rundenbestzeit von 30 Sekunden? Im Museum gab es natürlich auch sehr viel Glaskunst zu bewundern. Am interessantesten fanden wir jedoch die Videos, in denen man sehen konnte wie die unterschiedlichen Glasobjekte entstehen. Aus einem heißen Glasknubbel entstehen durch Zupfen hier und Ziehen dort wie von Zauberhand kleine Figürchen mit Armen, Beinen und Zehen.

In Murano gibt es auch aktive Glaswerkstätten, die Führungen anbieten und natürlich auch große Verkaufsausstellungen haben. Bei einer von diesen haben wir noch der ältesten Glaskünstlerin Muranos zugesehen, wie sie Glasperlen herstellte, welche dann wiederum Ausgangsmaterial für andere Glaskünstler ist. Von Murano Faro dem Leuchtturm ging es dann mit dem Vaporetto weiter zur nächsten Inselgruppe – Burano.
Jetzt dauerte die Fahrt etwas länger, Burano liegt etwas weiter weg von Venedig und die Vaporetti fahren auch nicht so oft wie nach Murano. Kaum vom Schiff gestiegen sah man am Hafen schon eine laaaaange Schlange von Menschen, die wieder mit dem Schiff von Burano weg wollten. Wie ist das dann eigentlich im Sommer? Wir mussten uns dann beeilen, um vom Hafen rechtzeitig zum Piazza Baldassare Galuppi zu kommen, wo neben der Chiesa di San Martino mit ihrem schiefen Glockenturm (überhaupt gibt es in und um Venedig einige schiefe Glockentürme, der schiefe Turm von Pisa ist eigentlich gar keine Besonderheit) auch das kleine Museo del Merletto di Burano angesiedelt ist, welches aber nur noch 30 Minuten offen hatte.

Burano ist nämlich für seine Spitzenkunst bekannt, also Häkeleien.















